Zurück

Kommt ein Designer in eine Bank …

… das ist kein Witz, das ist sein Job. Denn BeeOne ist kein Ort für Klischees.  In Georges Kinderstube trifft Bank auf Start-up-Atmosphäre und produziert nicht nur digitales Banking, sondern neues.

You can find an English version of this article HERE

Life of BeeOne

Am Anfang war das Schlagwort: „Innovation“. Alle wollen, alle sollen innovativ sein – jetzt auch Banken. Eben noch galten Geldinstitute als genau das: Institute. Gediegen, aber irgendwie spießig. Plötzlich reden alle von Fintech. Aber was heißt das eigentlich, Innovation? Können Banker zu den „cool kids“ gehören – sollen sie das überhaupt? Und wie passt der Hype ins Geschäftsmodell?

Vielleicht hilft ein anderes Schlagwort weiter – eines, das auf Anhieb so gar nicht dazuzupassen scheint: Tradition. Die Geschichte dazu geht so: Im Jahr 1819 eröffnete eine junge Frau namens Marie Schwarz etwas Neues: das erste Sparbuch in Zentraleuropa, ausgestellt von der Ersten Oesterreichischen Spar-Casse, der Urgroßmutter von Erste Bank und Sparkassen. Das Sparbuch war eine Erfindung, die den Umgang mit Geld grundlegend veränderte. Eine Neuheit. Eine Innovation.

Innovation und Tradition

Seither gilt fuer Erste Bank und Sparkassen: Innovation aus Tradition. Konkret bedeut das, echte Lösungen und tatsächliche Angebote für das echte Finanzleben echter Menschen anzubieten. Heute nennt man das eine relevante user experience – so ganz neu ist das Konzept nicht.

So traditionell, so innovativ. Doch die Zeit wird immer schneller – ein Phänomen namens digitale Revolution greift um sich. Und wie bei jedem anständigen Aufstand haben die Revolutionäre keinen Respekt vor dem Etablierten, am allerwenigsten vor Banken. Deren Streben nach Relevanz muss sich also anpassen. Die Neuerfindung des Selbst, der eigenen Einstellung und natürlich von Produkten und Dienstleistungen ist nicht nur Traditionsadaptierung, sondern nackte Notwendigkeit. Anführen oder überholt werden, hungrig sein oder den Hunger der neuen Emporkömmlinge stillen. Das klingt unerbittlich. Aber hey, das ist Marktwirtschaft, nicht erst im digitalen Zeitalter. Nichts, was Banken nicht kennen und mögen. Nur diesmal geht es um sie selbst.

 

21229173452_620d6fd9f7_k21801419438_83b11d93b3_k20474350699_b51e2096a8_k20667783611_bf22987d42_k21802369589_1bf64c4265_k21723540195_cd449690de_k19865717393_2ae7023e9b_k17266002642_853bfb7323_o

 

Digitalisierung! Und weiter?

Also haben Erste Bank und Sparkassen Digitalisierung als den eigenen Zukunftsschlüssel definiert. Aber wie weiter? Wenn man ehrlich ist, ist Digitalisierung ein weiteres Schlagwort, dessen Heimat nicht immer der Banken-Wortschatz war. Input von Außen kann also nicht schaden. Für die Erste Group kam dieser Input 2012 mit der Gründung des Erste Hub und der Tochterfirma BeeOne. Selbst designiert als eine strategisch denkende und gleichzeitig schnell entwickelnde Neuheit – ein „Think Tank“, eine Spielwiese, ein Entwicklungslabor und eine Fintech-Manufaktur in einem. Anders als viele andere Banken weltweit setzte die Erste Group in ihrer Digitalisierungsstrategie nicht auf outgesourcte Forschung und Entwicklung, die zwar Ideen liefert, aber nicht selbst umsetzt. Ebenso wenig kaufte sie sich in vielversprechende Start-ups ein, um deren Know-How anzuzapfen und den Code zu kriegen. Auch wenn Erste Hub und BeeOne mit vielen Start-ups kooperieren, verstehen sie sich doch selbst als eine Art internes Stat-up „sui generis“: Ein bisweilen chaotisch anmutender, aber organisierter und emsiger Bienenstock, unabhängig genug, um selbst zu denken, aber integriert genug in einen großen Konzern, um auch tatsächlich zu machen und tatsächlich Kunden zu erreichen. Anders als bei manchen Fintech-Startern liegt hier die Erfolgsmarke nämlich nicht bei ein paar Tausend netzaffinen Nutzern, sondern bei Hundertausenden tatsächlichen Kundinnen und Kunden in mehreren Ländern.

Die Innovationskultur von Erste Hub und BeeOne ist eine, die die geradezu notorischen Silo-Denkmuster der Branche aufzubrechen versucht – mit Hirn. „Human Resources“ heißt nämlich nichts anders als tatsächliche Gehirne unterschiedlichster Ausprägung und Ausbildung. So besteht das überaus internationale Team aus Designern und Ideenhaberinnen, Entwicklern und Analystinnen, Schreibern und Spielerinnen, Machern und Verkäuferinnen, Testern und Organisatorinnen: Männern und Frauen, die BankerInnen sind – und alles nur das nicht. Das klingt vielleicht nach dem „Nadelstreifen trifft Turnschuh“-Klischee, meint aber Diversitität des Geistes im wahrsten Sinne des Wortes und mit drei gemeinsamen Werten: Kreativität, Nutzerfreundlichkeit und natürlich Können. Ziel ist nicht das gerade im Fintech-Bereich so beliebte „Bullshit Bingo“ sondern real und relevant zu sein. Die ultimative Passion für Banking (wer hat die schon?) ist keine Voraussetzung, wohl aber der Wille, Ideen umzusetzen, und zwar gut.

 

21213385646_40e7fbcbd7_k21266281205_b752aa824b_k21801420938_cc4d23b389_k (1)21254062129_e444856bbd_k21239629465_243d581d2e_k20299971399_c9e5c879d9_k17433448335_63a2fa130a_k20474351549_abfd573186_k

 

Ideen-Darwinismus

Die Innovationen, die aus dieser Quelle stammen, haben eine schwere Zeit hinter sich: Kaum geboren durchlaufen sie einen sehr darwinistischen Prozess der Attacken von allen Seiten. Und nur die guten und starken Ideen schaffen es vom Prototyp auf den Markt, wo dann die richtige Prüfung erst beginnt. Bevor eine Idee einen Namen bekommt und Innovation wird, wird sie gedacht und überdacht, entworfen und überworfen, entwickelt und umgestaltet, geschrieben und überschrieben, geprüft und überprüft, getestet und nochmal getestet – trotz allem in kurzer Zeit und auch noch in enger Anbindung an die Zielgruppe, also echte Kundinnen und Kunden.

Der Anspruch ist also hoch und was ihm genügt kriegt einen Namen: George zum Beispiel. Als die neue Persönlichkeit im Banking erobert er nicht nur Österreich, sondern bald auch andere Märkte der Erste Group. Zwei Jahre Entwicklung und nun schon fast ein Jahr Weiterentwicklung im Markt machten ihm seinen stolzen Namen als modernstes Banking.

 

21100838194_88dfa6d404_k (1)21723544615_3f2e292f42_o21100843974_c515c1a301_k21535597530_4b72450e6e_k21732859751_35f531a5ff_k21535615610_a26820eef4_o21535708448_7f55d97ca1_k18425384681_03e9373eb6_k

 

Who’s perfect?

Klingt nach einer wunderbar makellosen PR-Geschichte? Nein, natürlich nicht. Wunder werden auch im Erste Hub und bei BeeOne keine vollbracht. Niemand ist perfekt, auch George und seine Eltern nicht. Jede Innovation geht mit Lektionen einher. In einer hochregulierten Branche und in einem großen Betrieb müssen sich Kreativität und Entwicklergeist dringend mit Compliance, Business-Modellen, multiplen Abstimmungsschleifen und einer Infrastuktur anfreunden, die manche Idee am Abheben hindert, vielleicht sogar zu recht.

Die wichtigste Lektion dabei: Idee wird erst dann zu Innovation, wenn sie sich „draußen“ in der Realität bewährt und fortentwickelt. Sie hört nicht auf. Oder einfach: George muss weiter wachsen. Aber Marie und George verbindet eine simple Gemeinsamkeit: Sie mögen Neues.

 

 

 

Alle Bilder: (c) Attila Kerekes

Kommentare

1 Kommentar

  1. Krikellis Kris sagt:

    Gefällt mir gut!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.